Manuela Meyer-Schwenk

Foto von Manuela Meyer-Schwenk

Die Bilder geschehen mir mehr
als dass ich sie wissend gestalte.
Sie entstehen in einem ungeplanten Prozess,
der auf etwas zu läuft,
das ich vorher noch nicht kenne.

Ich tauche hinab in eine Quelle,
deren Tiefe ich nicht ermessen kann.
Ich greife zurück auf das,
was ich bereits erfahren habe
und stürze mich in neue, wilde Gegenden,
deren Gesetze ich nicht kenne.
Ich werfe alles über Bord,
und finde doch immer wieder uralten Grund.

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Gouache von Manuela Meyer-Schwenk  „Frauenleben“

Die Bilder geschehen mir mehr
als dass ich sie wissend gestalte.
Sie entstehen in einem ungeplanten Prozess,
der auf etwas zu läuft,
das ich vorher noch nicht kenne.

Ich tauche hinab in eine Quelle,
deren Tiefe ich nicht ermessen kann.
Ich greife zurück auf das,
was ich bereits erfahren habe
und stürze mich in neue, wilde Gegenden,
deren Gesetze ich nicht kenne.
Ich werfe alles über Bord,
und finde doch immer wieder uralten Grund.

Die Bilder, die aufsteigen und gemalt werden wollen,
sind sichtbarer Ausdruck meines inneren Lebens.
Rohe, unbehauene Diamanten,
die zum Leuchten gebracht werden wollen.
Fühlen und Lauschen,
Erkennen und Gestalten
verschmelzen zu einer beglückenden Einheit.
Malen ist wie Meditieren:
Ich bin der Beobachter und der Beobachtete gleichzeitig.
In welchem Augenblick dieses Geburtsvorganges
entsteht Kunst?
Ich weiß es bis heute nicht.

Erst bin ich ganz bei mir im Strom meiner inneren Bilder,
die ich als sichtbare Spuren auf einen Untergrund bringe,
fortschreitend, übermalend, treibend,
dann ist es da.
Und dann möchte ich mich öffnen, mich zeigen und anderen
begegnen,
die an meinen Bildern Anteil nehmen wollen –
im offenen Dialog.

Wann entsteht Kunst?
Beim Akt des Malens, im Auge des Betrachters, im Dialog?
Ich wage vorsichtig zu sagen:
Wenn ich mich berührt fühle und der Betrachter auch –
und das Bild lächelt.